Für ein Vorstellungsgespräch solltest du ein bis zwei Sprühstöße eines dezenten, reinen Duftes wählen und ihn mindestens eine halbe Stunde vorher auftragen. Das Risiko ist asymmetrisch: Ein gut gewähltes Parfüm trägt kaum etwas bei, ein zu intensives kann dir jedoch schaden. Wenn du unsicher bist, verwende lieber gar nichts.
Kurz gesagt
Wie viel: ein bis zwei Sprühstöße, niemals mehr
Wann: dreißig bis fünfundvierzig Minuten vor dem Termin
Was mitnehmen: einen reinen holzigen oder zitrischen Duft
Was vermeiden: süße Gourmand-Düfte, Oud, Düfte mit starker Sillage
Wohin sprühen: auf die Brust, unter das Hemd, nicht auf die Handgelenke
Warum spielt das überhaupt eine Rolle?
Das Vorstellungsgespräch findet normalerweise in einem kleinen, geschlossenen Raum statt, ihr sitzt einen Meter voneinander entfernt und es dauert eine Stunde. Das sind perfekte Bedingungen dafür, dass das Parfüm stärker wahrgenommen wird, als du erwarten würdest.
Bei einigen Unternehmen gibt es inzwischen die Regel eines duftfreien Büros, vor allem im Gesundheitswesen und in Laboren. Wenn du in einem solchen Bereich arbeitest, informiere dich vorher.
Was mitnehmen?
Am besten funktionieren reine holzige und zitrische Düfte, die dem ersten Eindruck keine auffällige Note hinzufügen. Vetiver, Zeder, Bergamotte, seifiger Moschus.
Konkret: ein reiner holziger Duft wie Bleu de Chanel EDT oder ein Duft aus der Acqua-di-Parma-Schule. Kein Amber, kein Oud, keine Vanille.
Was vermeiden?
Süße Gourmand-Düfte, Oudh-Bomben und alles, was auf Fragrantica einen extrem hohen Sillage-Wert hat. Baccarat Rouge, Khamrah, Aventus und Ähnliches sollten abends getragen werden.
Vermeide auch Düfte, die du nur von einem Papierstreifen kennst. Für ein Vorstellungsgespräch eignet sich ein Duft, den du bereits mindestens drei Tage getragen hast und dessen Verhalten auf deiner Haut du kennst.
Wann sprühen?
Dreißig bis fünfundvierzig Minuten vor dem Termin. Die Kopfnoten sind in den ersten zwanzig Minuten am intensivsten, und dieser Auftakt füllt einen kleinen Raum schnell aus.
Bei Mrrizz weisen wir darauf hin, wenn jemand eine Parfümprobe für einen bestimmten Anlass mitnimmt: Vor dem Gebäude oder im Auto zu sprühen, ist der häufigste Fehler.
Du kannst vorab auch ausprobieren, welcher Duft sich auf deiner Haut am dezentesten entwickelt.
Je nach Branche
Banken, Recht und öffentliche Verwaltung: ein Sprühstoß oder gar keiner. In einer Kreativagentur und in der Mode kannst du einen charaktervolleren Duft wählen, aber auch dann nur zwei Sprühstöße.
Gesundheitswesen, Gastronomie und Labore: kein Parfüm. Im ersten Fall wegen der Patienten, im zweiten, weil der Duft den Geschmackssinn beeinträchtigt.
Häufig gestellte Fragen
Erhöht Parfüm die Chance auf eine Einstellung?
Es gibt Studien zum Zusammenhang zwischen Duft und erstem Eindruck, aber der Effekt ist gering und nicht einheitlich. Eine Überdosierung schadet nachweislich mehr, als die richtige Menge hilft.
Und das Online-Interview?
Dort interessiert sich niemand für Parfüm. Du kannst tragen, was du möchtest, oder gar nichts.
Wohin sprühen?
Auf die Brust, unter das Hemd. Vom Handgelenk geht der Duft beim Händeschütteln auf die andere Person über, und das möchtest du nicht.
Und das Deodorant?
Duftfrei oder aus derselben Reihe wie das Parfüm. Zwei intensive Düfte, die miteinander konkurrieren, sind schlechter als ein einziger intensiver Duft.